St. Willehad Wangerooge Seelsorge auf unserer Insel

Navigationsmenüs (Bischöflich Münstersches Offizialat)

Insel und Meer

Meerblick - tiefer

Touristen, die spazieren gehen - was bewegt sie?

Kinder, die Burgen bauen - was durchleben sie?

Gäste, die Volleyball spielen - was bejubeln sie?

Insulaner, die ihr Geld verdienen  - was meistern sie?

Urlauber, die ihre Lektüre lesen - was finden sie?

Wolken, die über die Insel ziehen - was treibt sie?

Sonne, die ihr Strahlen zeigt - was erwärmt sie?

Wellen, die sich brechen - was erzählen sie?

Schiffe, die sich in der Ferne zeigen - was fahren sie?

Meer - was erlebst du?

       

(Egbert Schlotmann)

 

 

© Christian Tilk, 2014

Meer, diesiger Himmel, die
Schreie des Regenpfeifers,
man sagt, du bist tot, Gott,
hier glaub ich`s, bei leeren Netzen,
du kommst nicht mehr übers Wasser,
wir müssen den Fisch ohne dich essen,
trocken das Brot der Fünftausend –
warum nur mustere ich die frischen
Spuren im Sand, unruhig, als wärest
du
eben vorübergegangen? 
                               

                             Rudolf Otto Wiemer

 

 

© Christian Tilk, 2015

Meer
Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren
und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen
Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur Meer

                                             Erich Fried

 

 

© Christian Tilk, 2016

Als Feuer und Wasser sich das erste Mal begegneten, waren sie voneinander fasziniert. Das Feuer war ungestüm und temperamentvoll, leuchtend und heiß, brodelnd und aufregend. Das Wasser hingegen floss ausgeglichen vor sich hin, war klar und beruhigend, glitzernd und erfrischend. Staunend betrachteten sich Feuer und Wasser. Beide entdeckten am anderen unzählige Eigenschaften und Besonderheiten, die sie an sich nicht kannten. Und da sich Gegensätze bekanntlich anziehen, blieb es nicht aus, dass sich Feuer und Wasser ineinander verliebten. Sie trafen sich, hatten Spaß miteinander, lernten voneinander und ergänzten sich wunderbar. Weil sie sich gegenseitig so kostbar geworden waren, beschlossen Feuer und Wasser, für immer zusammenzubleiben. Sie feierten ein großes Fest. Viele Gäste waren geladen – auch der Wind. Der schenkte ihnen eine bauchige Flasche mit wertvollem Inhalt. Nach der Feier öffneten Feuer und Wasser die Flasche und entnahmen daraus eine alte Schriftrolle. Auf dem Pergament stand Folgendes geschrieben: “Passt auf, dass ihr eure Individualität behaltet! Ihr seid so verschieden und schätzt dies aneinander. Hütet diesen Schatz, denn dieser ist das Geheimnis eurer Liebe. Respektiert eure Grenzen! Lernt voneinander, aber versucht nicht, euch gegenseitig umzuerziehen! Entdeckt immer wieder Neues aneinander! Glaubt nie, dass ihr das Geheimnis des anderen gelüftet habt, und achtet einander jeden Tag eures gemeinsamen Lebens!” Feuer und Wasser lasen die Flaschenpost aufmerksam durch und dachten darüber nach. Dann stellten sie die bauchige Flasche gut sichtbar in ihrer gemeinsamen Wohnung auf, um immer wieder an deren Inhalt erinnert zu werden.

                                                                                                                Autor unbekannt

 

 

© Christian Tilk, 2014

Ich habe die Insel gefunden,
den Ort,
wo das Wort,
das Himmel und Welt
im Leben erhält,
aus der Höhe fällt,
aus der Tiefe steigt.
Himmel und Welt
sind in mir jetzt verbunden.
Ich habe meine Insel gefunden.

                                 Silja Walter