Weltkirche

Nach einem Strandgottesdienst erkundigte sich ein Mitfeiernder, warum ich in meiner Predigt die Piusbruderschaft erwähnt habe und dass diese trotz des Verbotes von Papst Leo eine Messe zur Weihe von Bischöfen abgehalten habe.
Ich konnte seine Frage zunächst nicht einordnen und fragte daher nach.
Der Mann erzählte aus seinem Leben und das er vor einigen Jahren einer charismatischen (nicht kirchlichen) Bewegung beigetreten sei. „Die Piusbruderschaft hat doch auf der Insel gar keinen Stellenwert,“ war sein Hinweis.
Sicher: Insel-Piusbrüder kenne ich keinen.
Und dennoch möchte ich unsere Insel nicht isoliert sehen.
„Wir sind Welt-Kirche,“ antwortete ich ihm. 
„Dazu gehört für mich stets der Blick über den Inselrand hinaus.“

Im Vorwort von der Pastoralen Konstitution ‚Gaudium et Spes – Über die Kirche in der Welt von Heute‘ des II. Vatikanischen Konzils heißt es:
„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.“

Mir bleibt dieser Gedanke ein großes Anliegen – auch auf unserer Kircheninsel.
Die Welt ist unser Thema.

Von Herzen wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag – in Verbundenheit.


Ihr
Egbert Schlotmann, 
Pfarrer in St. Willehad